Historie


Vereinsgeschichte :: 1927 bis 2011

Aus der Chronik geht hervor, dass der Verein der Rechtsnachfolger des Arbeiter-Turnvereins ist, der bereits im Jahr 1911 gegründet wurde. Während das Turnen durch aktive Turnriegen und in den Anfängen auch von aktiven Schülerriegen eine tragende Rolle im Arbeiterturnverein spielte, so ist die in den Jahren 1927 bis 1928 gegründete Fußballabteilung über Jahrzehnte bis heute ein Eckpfeiler im Sportleben des Vereins.

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Seit der Gründung am 3. August 1911 entwickelte sich der Verein mit seinen 61 Mitgliedern gut. Während des Ersten Weltkrieges wurde der Sportbetrieb eingestellt. Der Kassenbestand betrug damals 18,31 Mark. Trotz Schwierigkeiten, wie Lokalfrage und Inflation, wurde der Arbeiterturnverein am 6. März 1919 wieder ins Leben gerufen. Unter Vorsitzendem Georg Leupold nahmen 1921 der Sportbetrieb und das Vereinsleben wieder enormen Aufschwung. Im gleichen Jahr wurde auch ein Stiftungsfest mit Fahnenweihe zum 10. Jubiläum gefeiert. Die Gemeinde stellte einen Platz zur Verfügung, und der Verein wartete mit einer Schiffschaukel und zwei Bratwurstständen auf.

Fußball wurde auf der so genannten Gollnerwiese gespielt. Mit der Zunahme der aktiven Sportler und Mitglieder wurde bei jeder Sitzung und Versammlung der Ruf „Wir brauchen ein Vereinslokal" lauter. Obwohl der Kassenstand gleich Null war, entschlossen sich die Mitglieder, im Jahre 1926 ein eigenes Vereinsheim, die heutige Zentralhalle, durch freiwilliges, unentgeltliches Mitarbeiten zu bauen. Nach Fertigstellung der Turnhalle blühte der Verein weiter auf. Es wurde geturnt, Fußball gespielt, gesungen, Theater gespielt und man kam zu weiteren geselligen Veranstaltungen zusammen.

Die Sparte Fußball wurde 1928 von fußballbegeisterten jungen Leuten ins Leben gerufen; unter anderem Franz Gaida, Gottlieb Beck und Hans Leupold. Die ersten Wettkämpfe trug man – wie bereits erwähnt - auf der Gollnerswiesen aus, Bälle und Trikots wurden gestellt, Fußballschuhe mussten sich die Jungs selbst finanzieren.

1929 stieg man in die Verbandsspielrunde ein, offizielle Bezeichnung der Liga war Nordbayerische Spielvereinigung 7. Kreis – 6. Bezirk. Gegner waren z.B. Furthammer, Marktredwitz –aber auch Tirschenreuth, Eschenbach und Weiden, die Anreise erfolgte mit dem Zug oder Fahrrad, in der heutigen Zeit unvorstellbar.

Der tiefste Punkt der Vereinsgeschichte war im Jahr 1933. Neben anderen Vereinen und Einrichtungen wurden alle Arbeiterturnvereine von den damaligen Machthabern aufgelöst. Das gesamte Vereinsvermögen des ATV Thierstein, das Heim, die Fahne und alle Geräte wurden beschlagnahmt. Die Vereinsfahne ist bis heute nicht mehr auffindbar. In dieser Zeit ruhte auch der Fußball. Im Vereinsheim wurde ein Kindergarten errichtet, der bis 1945 in Betrieb war.

1948 wurde zum Stichtag der Währungsreform, am 21. Juni, dem Arbeiterturnverein sein Eigentum übergeben. Zu diesem Zeitpunkt wurden durch die Militärregierung alle Vereine aufgelöst und so genannte Zentralvereine ins Leben gerufen. Durch eine Fusion wurde der noch bestehende Arbeiterturnverein 1949 in den Zentralverein umgewandelt. Gleich nach dem Krieg 1946 wurde wieder eine Fußballabteilung gegründet. Das Spielfeld am „alten“ Kühbühl war nur 40 x 60 Meter, brachte aber dem Erfolg keinen Abbruch, die Presse schrieb damals: „der ZV Thierstein hat sich zu einem gefürchteten Gegner in der C-Klasse Nord entwickelt". Höhepunkt in dieser Periode war die Meisterschaft in der C-Klasse und der Aufstieg in die B-Klasse 1955, eine Saison später stieg man leider wieder ab. 1958/59 spielte man dann wieder in der B-Klasse, in diese Ära fiel auch der legendäre 30:0 Sieg gegen Fichtelberg, der sogar im Kicker und Sportmagazin – die führenden Fußballzeitungen – Erwähnung fand. 1963/64 dann der Aufstieg in die A-Klasse, in dieser Liga kickte der ZV zwei Jahre.

Ein Neuaufbau des Vereins begann 1952 mit einer zweiten Fahnenweihe. Der FC Schwarzenhammer übernahm die Patenschaft. Eine Saalerweiterung mit Bühnenanbau folgte noch im gleichen Jahr unter Vorsitz von Franz Gaida.

1963/1964 stiegen die Fußballer in die A-Klasse auf; in dieser Liga spielte der ZV dann zwei Jahre Eine größere Baumaßnahme fand 1973 unter dem Vorsitzenden Karl Backmann statt. Die Gaststättenräume wurden unterkellert und die Pächterwohnung erweitert. Die Außenputzarbeiten nahm der ZV im Sommer 1977 in Angriff.

1981/82 musste man dann den bitteren Gang in die unterste Klasse antreten, und der Fußball dümpelte jahrelang auf sehr niedrigem Niveau dahin.

Die Wende erfolgte 1995/96; maßgeblich beteiligt, der Firmeninhaber des heutigen Hauptsponsors, Rainer Denndörfer. Es begannen mehr als zehn märchenhafte Jahre: Denndörfer trainierte am Anfang selbst und hatte die geniale Idee, zu den talentierten Eigengewächsen, die es damals tatsächlich noch gab – als Verstärkung junge fußballbegeisterte Spieler aus Tschechien dazu zu holen; stellvertretend für die vielen tollen Ergänzungen seien erwähnt Miroslav Sinovsky und Pavel Komma, die im weiteren Verlauf noch etliche menschlich und sportlich „Klassetypen“ zum ZV brachten. Das Erfolgsmodel trug bald Früchte:

1997 stieg man als Meister in die B-Klasse auf, die ab diesem Zeitpunkt in Kreisklasse umbenannt wurde in der Saison 1999/2000 sogar in die Kreisliga, Das Training leitete mittlerweile Hans-Jürgen Lubitz, vorher waren Rainer Denndörfer und Alfred Iser im Amt.

Doch der Höhenflug war noch nicht zu Ende; woran in dem „Dreihäuserdorf“ ( wie ein Fan einer gegnerischen Mannschaft spöttisch verlauten ließ) keiner je ernsthaft in Betracht gezogen hatte, wurde 2002/2003 Wirklichkeit. Der ZV Thierstein stieg als Meister der Kreisliga Marktredwitz in die Bezirksliga Ost auf, trainiert von Peter Wolfram.
Diese Saison war wohl die Schwärzeste in der Thiersteiner Fußballgeschichte, mit nur 11 Punkten musste man postwendend wieder absteigen.

Die Schmach saß tief – doch jede Niederlage ist auch eine neue Chance; und so krempelte der ZV die Ärmel hoch und schaffte 2005 den sofortigen Wiederaufstieg nach einer sensationellen Saison, in der NUR EIN SPIEL verloren wurde. Diesen Erfolg darf sich maßgeblich ein Mann auf die Fahne schreiben: Spielertrainer Jiri Vosyka, der 2004 von Bayern Hof nach Thierstein kam und seit dem die sportlichen Erfolge des ZV lenkte.

Die Bezirksliga lag den Thiersteinern, die nicht zuletzt aufgrund der immer weniger werdenden Eigengewächsen und den höheren spielerischen Anforderungen mehr und mehr auf auswärtige und ausländische Kicker zurückgriffen; bedingt durch Vosyka und Denndörfer´s Faible für Tschechien, kamen diese hauptsächlich aus dem Nachbarland.

Wäre es so gelaufen wie geplant, würde der ZV heute noch in den vorderen Tabellenrängen der BZL vertreten sein, doch in der Saison 2007/2008 passierte der „Betriebsunfall“ – der ZV stieg nach erfolgreicher Relegation in die Bezirksoberliga auf, in der man sich beachtlich schlugt, die Tabelle zur Winterpause 2008/2009 weist Thierstein als Nummer eins im Landkreis auf! Sogar das Fernsehen wurde auf den Dorfverein aufmerksam und sendete im WDR eine 20–Minuten Reportage.

Am Ende der Saison stand der ZV sportlich auf dem 5. Rang; aufgrund des Punktabzuges wegen der fehlenden Jugend war man offiziell Tabellensechster. Da in der darauffolgenden Saison der Zwangsabstieg praktisch unvermeidbar war – denn woher zwei komplette Jugendmannschaften nehmen - trafen die Vereinsverantwortlichen zusammen mit dem Sponsor eine sportlich harte, aber vereinstechnisch die einzig richtige Entscheidung – den freiwilligen „Zwangsabstieg“ – im Klartext hieß dies: die erste Mannschaft zieht sich aus der BOL zurück und startet in der Kreisklasse, in der die zweite Mannschaft bis dahin spielte; als logische Konsequenz daraus gab es von da an nur noch eine Mannschaft, die Reserve wurde aufgelöst.

Trotz dieser einschneidenden sportlichen Veränderung blieb dem ZV bis auf wenige Ausnahmen die ehemalige BOL-Mannschaft erhalten, und obwohl man spielerisch mehr als unterfordert war, zeigte das Team in der Kreisklasse ohne zu murren Einsatz und legte eine Supersaison hin; der sofortige Aufstieg in die Kreisliga war geschafft.

In der Saison 2010/2011 startete die Truppe um Trainer Vosyka als Topfavorit – kam aber zu Beginn überhaupt nicht „ins Rollen“ – am 4. und 6. Spieltag stand man sogar auf einem Abstiegsplatz; aber dann starteten die Jungs durch und legten eine Serie mit 15 Siegen in Folge hin – am Ende dieser Saison war der ZV wiederum klarer Tabellenführer und Meister – der Aufstieg in die BZL Oberfranken Ost war perfekt.

Die tolle Fußballstory konnte z. T. nur entstehen, da hinter dem Zentralverein Thierstein der Hauptsponsor BD-Sensors und sein Firmeninhaber Rainer Denndörfer stehen. Hinter dem Team stehen aber auch die Verantwortlichen und viele Helfer.

Zu den Aushängeschildern unseres Vereins gehört auch die Theatergruppe.

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